Herbstgedicht
   
 

 

Herbsttag
 
Gleißendes Sonnenlicht, berührt mein Angesicht.
Strahlen so warm, Dich und mich umarm!
Herbstblätter fallen auf mein Haupt.
Herbstwind hat sie dem Baum geraubt.
Lieblich streicht er meine Wange.
Oh, Menschenherze sei nicht bange,
denn schon bald decken sanft und weich,
Schneeflocken weiß das Erdenreich.
oder
Herbst - Stimmung
Lautlos Blätter fallen,
Eicheln niederknallen,
Nüsse schlagen,
Enten jagen.
Äpfel rot,
Hase tot.
Astern bunt,
Herbst tut sich kund.
Vogelgesang verstummt,
keine Biene summt.
Nebelschwaden ziehn`,
letztes Abendglühn`.
Herzen von Wehmut geplagt,
sei unverzagt!
Altes muß vergehn`,
um Neues zu erstehn`.
Die Saat ist getan,
fragt sich nur wann,
wie standhaft und gut,
Dein Korn und Wuzelwerk
sich entfalten tut?
Dein Sehnen und Hoffen,
alles laß offen,
auch was Dich sonst noch bewegt!
Hast Du Dein Saatkorn ausgelegt?
oder
Rauhreif
Bäume, Sträucher, Feld und Flur
überzogen mit weißer Zuckerglasur.
In Wipfeln und Geäst,
ein Knacken, Knicken und Geächz.
Dunst und Nebel umhüllen die Szenerie,
märchenhafte Verzauberung erregt die Phantasie,
fordert Dich heraus Gestalt anzunehmen,
treibst Dein Unwesen mit geisterhaften Schemen.
Berggeister, allerlei bizarre Gestalten
huschen, raunen finstere Gewalten?
Gräser beugen sich zur Neige,
ich aber lausche, staune und schweige -
im Rauhreif.